Eintauchen ...

Lausanne: Aquatis

An der Fassade des Aquatis sind rund 100 000 Plättchen ­angebracht, die in der Sonne wie Fischschuppen glänzen. Direkt daneben befindet sich das Aquatis-Hotel mit 143 Zimmern.

Kennen Sie das Gefühl, wenn man im Sommer aus Übermut ein wenig weiter als gewohnt im See hinausschwimmt und den Boden auf einmal nicht mehr sehen oder mit den Füssen ertasten kann. Und plötzlich kommt das mulmige Gefühl auf, etwas würde einem um die Füsse herumschwimmen. War es eine Alge, ein Fisch oder gar ein Aal? Und urplötzlich paddelt man so schnell wie möglich ans Ufer, als hätte man ein Seeungeheuer gesichtet. Geht es um unsere Süsswasserseen, gibt es ­unzählige Mythen, die von riesigen Fischen bis gruseligen Seemonstern erzählen. Doch wer lebt eigentlich wirklich in unseren ­Gewässern? Diese Frage wird am besten bei einem Besuch im Aquatis in Lausanne – dem grössten Süsswasser-Aquarium Europas – beantwortet. 

Bereits von aussen fasziniert der runde Bau: An der Fassade wurden 100'000 Plättchen angebracht, die in der Sonne wie Fischschuppen glänzen. Im Innern haben rund 10 000 Fische und 100 Reptilien und Amphibien auf 12 000 Quadratmetern ein neues Zuhause gefunden. Kaum angekommen, taucht man augenblicklich in eine ­magische Unterwasserwelt ein. 

Rund 10 000 Fische schwimmen in den Süsswasser-­Aquarien des Aquatis in Lausanne.

Auf einem Rundgang auf drei Ebenen können fünf verschiedene Biozonen und zwölf Naturmilieus erkundet werden, die jeweils einer ganz speziellen Szenografie folgen. Atypisch für ein Aquarium dieser Grösse, bietet die Rundreise viele interaktive Stationen, die die Besucher animiert, aktiv mitzuwirken.

Der Rundgang führt durch einen grossen verglasten Tunnel, der den Blick auf eine magische Unterwasserwelt öffnet. 

Die fünf Biozonen sind geografisch in folgende Gebiete aufgeteilt: Europa, Afrika, Asien, Ozeanien und Südamerika. Die Reise beginnt beim Ursprung der Rhone, am schweizerischen Rhonegletscher und führt bis zu ihrer Mündung ins Mittelmeer. Dabei werden vor allem die Regionen Alpiner Raum, Genfersee, Rhone und Camargue näher beleuchtet.

Die erste Ebene ist der Region Europa gewidmet: Der Rhone entlang gehts von der Schweiz bis ins Mittelmeer.

Der Besucher wird daran erinnert, dass in Europa eine unglaubliche Biodiversität herrscht. Hier, am Wendepunkt der Reise, zwischen zwei Welten erhebt sich der Spinosaurus aus einem in das Treppenhaus integrierten Unterseegraben und weist den Eingang zum Ausstellungsbereich Evolution. Dort wird auf­gezeigt, dass jedes Leben erst mit Wasser möglich ist. Die nächste Etappe führt zu den Seen Afrikas und dem Fluss Zaïre. Weiter gehts entlang der Mangrovensümpfe Asiens, dem Fluss Mekong mit seinen schwimmenden Dörfern bis zum Pioneer River, der in das Great Barrier Reef fliesst. Abschliessend tauchen die Besucher mit dem Tropenhaus ins Amazonasgebiet in Südamerika ein. ­Diese einzigartige Region hat eine besondere Stellung, da sie zweifellos die grösste Biodiversität der Welt beherbergt. Beim Revuepassieren bleibt vor allem eines im Gedächtnis: Ein einzigartiger Blick auf die Schönheit der Natur und auf ihre Bedrohung durch die ­Unbesonnenheit der Menschen.

Abgesehen von Lebewesen im Wasser lernen die Besucher auch exotische Pflanzenwelten kennen. Nebst Fischen wohnen auch 100 Reptilien und Amphibien im Aquatis.