5 Filme für Architekturliebhaber

Architektur-Filmtipps

Eine Filmliste für Architekturliebhaber? Skeptiker könnten hier Einspruch erheben und behaupten, Architektur und Film hätten auf den ersten Blick nicht viel miteinander gemeinsam. Wo es beim einen um den gebauten Raum geht – Realität, wie sie greifbarer nicht sein könnte –, geht es beim anderen um eigentlich flüchtige bewegte Bilder, die auf ein Wiedergabemedium gebannt wurden.

Doch weit gefehlt, lieber Skeptiker! Denn schauen wir einen Moment mal nicht auf das Ergebnis der beiden Disziplinen, findet sich in ihrem Ursprung ein ähnlicher Grundgedanke: Sowohl die Architektur, als auch der Film bauen Welten, in denen wir uns als Betrachterinnen und Betrachter wiederfinden, in denen sich unsere Erfahrungen und Bedürfnisse spiegeln, und die unsere Realität bestenfalls bereichern oder sogar erweitern.

Da kann es doch nur besonders spannend sein, wenn man sich diese Schnittstelle genauer anschaut – dachten wir uns und machten uns gleich auf die Suche nach den Perlen der Filmgeschichte, die das ArchitekturliebhaberInnen-Herz höherschlagen lassen.

Wen unsere Vorschläge inspirieren, sich weiter in dieses Feld vorzuwagen, dem legen wir die Architekturfilmtage Zürich nahe, die diese Woche zum zweiten Mal stattfinden. Dort werden ausgewählte Portraitfilme und Dokumentarfilme gezeigt, in denen kulturelle, soziologische und gesellschaftlichen Themen in Bezug auf Architektur und Urbanität im Zentrum stehen.

2001: A Space Odyssey (1968)

Gerade dieses Jahr durften wir den 50. Geburtstag dieses Sci-Fi-Meisterwerks feiern, das zu den wohl bekanntesten der ohnehin schon eindrucksvollen Filmografie des Regisseurs Stanley Kubrick gehört. Die Bildsprache des Films ist gewaltig und hat eine Klasse für sich definiert, doch der eigentliche Grund, warum er es in unsere Hitliste geschafft hat, ist seine Produktionsgeschichte. Da wurden nämlich Designer beauftragt, tatsächliche Objekte und Räume zu entwerfen, die technisch und wissenschaftlich akribisch möglichst plausibel die Zukunft vorausgreifen sollten.

Metropolis (1927)

Eigentlich ist die imposante Architektur der Wolkenkratzer von Metropolis der Hauptdarsteller des Films. Sie ist es, die die uneingeschränkte Macht symbolisiert, von der die Arbeiterschicht vernichtet und unterjocht wird. Ein wahres Meisterwerk des Stummfilms und die Mutter aller dystopischen Science-Fiction-Filme.

The Belly of an Architect (1987)

Gerade als der Architekt Stourley Karcklite mit seiner Frau nach Rom übersiedelt, erfährt er, dass er, dass er an einem unheilbaren Krebsleiden erkrankt ist. Die geschichtsträchtigen Bauten bieten die Kulisse, in der Karcklite Vergangenheit und die persönliche Vergänglichkeit reflektiert. Rom – die ewige Stadt – als Setting für das Lebensende des Architekten zu wählen, könnte poetischer kaum sein.

Visual Acoustics (2008)

Julius Shulman zählt zu den einflussreichsten Architekturfotografen der amerikanischen Nachkriegsmoderne, dessen Bilder massgeblich zur Bekanntheit des Stils in der Öffentlichkeit beigetragen hat. Sie halten die Schönheit der modernistischen Architektur des südlichen Kaliforniens fest. Der Film zeichnet das Porträt des charismatischen Fotografen und dokumentiert gleichzeitig die Entwicklung der Bewegung.

Frank Lloyd Wright (1998)

Einige der berühmtesten Gebäude mit herausragenden, innovativen Designs stammen aus der Feder des amerikanischen Architekten, dessen Leben die gleichnamige Dokumentation nachzeichnet. Im Film wird die besondere Philosophie von Wright herausgestellt, der Strukturen schuf, die den Einklang von Mensch und Umwelt in den Fokus stellten – und so die organischen Architektur kreierte.