Auserkoren

Architekturpreise Teil 3/5

Endlich ist es wieder soweit! Einmal mehr begeben wir uns mit dem Architekturpreis 2020 gemeinsam mit einer Fachjury auf die Suche nach dem besten Umbau und dem besten Einfamilienhaus. Wir freuen uns auf möglichst vielfältige und innovative Projekte! Mehr Informationen finden Sie hier.

Um Ihnen die Wartezeit etwas zu verkürzen, stellen wir in den nächsten Wochen in einer Serie die Gewinner von 2018 vor. Im 3. Teil widmen wir uns wieder dem Architekturpreis Der beste Umbau und zeigen Ihnen den Sieger des Publikumspreises sowie das Projekt, das von der Fachjury mit einer besonderen Nennung ausgezeichnet worden ist.

Diese erhielten Wülser Bechtel Architekten, insbesondere für ihre Strategie, die Spuren des Umbaus sichtbar zu belassen. Das stark sanierungsbedürftige Haus mit zwei kleinen Geschosswohnungen und Mansarde wurde in ein Einfamilienhaus für eine junge Familie umgebaut. Prägnant für das Projekt ist der auf zwei Arten radikale Umgang mit dem Bestand, einerseits in der Direktheit des Abbruchs und andererseits im kompromisslosen Erhalt des Bestandes. Durch den bewussten Verzicht auf vereinheitlichende Massnahmen bleiben ursprüngliche Elemente des Hauses präsent. So werden etwa bestehende Bodenbeläge aus der Bauzeit belassen, Bruch- und Schadstellen mit Zement ausgegossen; Spuren von abgebrochenen Balkendecken oder geschnittene Wände bleiben als Eingriffe sichtbar und prägen die Atmosphäre. Die ursprüngliche Kammerung wird aufgehoben und eine räumliche Öffnung über alle drei Stockwerke erzielt. Durch das Aufsetzen zweier Lukarnen dringt über das Dach neues Tageslicht ins Hausinnere.

Der nun doppelgeschossige Essbereich: Die Eingriffe sind deutlich ablesbar mit Spuren der alten Balkendecke und geschnittenen Wänden.

Die statischen Massnahmen zur Öffnung des Erdgeschosses wurden in massivem, walzrohem Stahl ausgeführt, was die Funktionalität unterstreicht.

Das Schlafzimmer profitiert vom Fenster in der Lukarne. Das einfallende Licht wird durch die Holzsparren gefiltert.

Die neuen Lukarnen, hier diejenige des Schlafzimmers, sind mit Kupfer verkleidet.

Durch das Aufsetzen der zwei Lukarnen konnte das Dachgeschoss räumlich erweitert werden. Das Dach wurde mit Biberschwanzziegeln neu eingedeckt.

Bei der Wahl zum Publikumspreis machten Diethelm & Spillmann Architekten das Rennen. Das erste Terrassenhaus in der Stadt Zürich wurde 1959/60 nach den Plänen von Cramer Jaray Paillard errichtet. Die Architekten bezogen darin ein Atelier, das jedoch 1969 unter Schliessung der Galerie in eine Wohnung transformiert wurde. Im Rahmen einer Teilinstandsetzung des Gebäudes wurde die Wohnung erneut umgebaut und dabei das ursprüngliche Raumkonzept wieder hergestellt. Die Architekten lösten die auf der Galerie eingebauten Zimmer wieder auf und öffneten den Bereich erneut zur unteren Ebene. Dort verschoben sie die Küche Richtung Wohnraum und bauten anstelle der alten Küche, wo sich einst ein Sitzungszimmer befand, ein neues Bad ein. Für die neue Rückwand der Küche wurden Sichtbacksteine von Abbruchwänden verwendet. Da es sich bei dem Terrassenhaus um ein Objekt im Inventar der schützenswerten Bauten handelt, erfolgten alle Arbeiten in Rücksprache mit der Denkmalpflege.

Hier befand sich einst das Atelier der Architekten Cramer Jaray Paillard. Die Holzlisenen wurden ersetzt, die nicht originalen Holzmetallfenster blieben bestehen und erhielten neue Isoliergläser.

Beim Umbau wurde das ursprüngliche Raumkonzept wieder hergestellt. Die neue Küche wurde offen gestaltet und rückte näher zum Wohnraum.

Die Galerie wurde wieder geöffnet. Der Manganklinker an Boden und Sims ist bestehend, das Deckentäfer und das Cheminée sind neu.

Lesen Sie hier auch Teil 1 und Teil 2 unserer Reihe zum Architekturpreis 2020.

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