Eine Ode an die Abgeschiedenheit

Weniger mit mehr

Der Wind dreht das schwimmende Haus von BIO Architects auf verschiedene Seiten und das Bild draussen ändert sich ständig.

Wenn ich in den vergangenen Wochen eins gemerkt habe, dann dass weniger tatsächlich mehr ist. Und damit meine ich nicht bloss das gute Gefühl nach dem quarantänebedingten Ausmisten, dem teils unterhaltsamen, teils emotionalen Trennen von nie passenden Teilen aus meinem Kleiderschrank oder dem Entrümpeln der vielen kleinen Döschen und Tuben aus dem Badezimmerschrank. Nein – ich meine damit schlicht den Platz an sich. Der Raum, der sich einem auftut, wenn man endlich wieder raussieht aus dem eigenen Chaos. Und die Ruhe die herrscht, ist erst mal alles weg. Ist man allein mit sich und dem Raum, werden die Sinne wieder geschärft für Anderes, das Draussen gewinnt plötzlich an Wichtigkeit.

Eine architektonische Form, die sich komplett dieser Abgeschiedenheit und Reduktion verschrieben hat, ist das «Cabanon» – also eine Art Hütte oder einfache Unterkunft, minimal ausgestattet, umgeben von nichts ausser Natur.

So sehr ich die Nähe zu meinem Umfeld und meine sieben Sachen liebe, so sehr habe ich auch realisiert, wie viel Schönheit in eben dieser Nüchternheit liegen kann – eine Qualität, die ich auch nach Corona-Zeiten nicht missen möchte.

«Aculco» von PPAA Arquitectos ist ein völlig isoliertes Ferienhaus mitten im Nirgendwo von Mexiko. 

Der Hauptwohnraum in der Mitte des rechteckigen Grundrisses wird auf der einen Seite von einer kleinen Küche zur Zubereitung einfacher Mahlzeiten und auf der anderen Seite von einem Kamin unterteilt.

Lehm, Holz und Glas in ihrer Rohform verstärken die Wirkung der umgebenden Natur. 

«Kudhva», was so viel wie «Versteck» bedeutet, steht in einem stillgelegten Schieferbruch an der Nordküste Cornwalls. 

Die Hütte, gebaut von New British Design, bietet durch ihre erhöhte Position eine einzigartige Perspektive auf die Landschaft Cornwalls. 

Das modulare Kompakthaus «DD16» von BIO Architects schwimmt auf einem Fluss nahe Moskau. 

Durch die grosse Verglasung vergrössert sich der Innenraum optisch bei gleichzeitiger uneingeschränkter Sicht nach Draussen. 

Der amerikanische Designer Marc Thorpe hat in Upstate New York eine einfache, netzunabhängige Behausung geschaffen, die «in perfekter Balance mit ihrer Umgebung» existieren soll.

Die Struktur öffnet sich nach Norden, wo ein zurückgesetztes, überdachtes Deck eine Art Veranda bildet.

Die Lage zwischen majestätischen Bergen und der Ostsee ist an sich schon die Inspiration für den Entwurf «Manshausen 2.0» von Stinessen Arkitektur.

Der Bau an der Spitze der Felsformation garantiert einen weitgehend ungestörten Ausblick auf das Meer. 

Das Vogelnest war Inspiration für den Entwurf des französischen Architekturbüros Atelier Lavit

Jeder der Wohnräume im «Origin Tree House» ist den grossen Fenstern mit Blick auf den Wald zugewandt und bietet einen Blick auf das Laub der hundertjährigen Eichen. 

Näher kommt man dem Himmel wohl kaum: Die «Zero Real Estate»-Suiten bieten ab Anfang Juli an sieben Standorten in der Schweiz und Liechtenstein freie Sicht auf Mond und Sterne. Genächtigt wird komfortabel auf Bico-Matratzen.