Gekommen um zu bleiben

Taschenlabel «Leit & Held»

Die drei Gründerinnen hinter «Leit & Held», Pia Held, Dana Mikoleit und Nina Conrad. 

Was entsteht, wenn sich eine Designerin mit einer Innenarchitektin und einer Sustainability Managerin zusammenschliesst? Die Antwort: zeitlos schöne und nachhaltige Produkte aus Leder. So geschehen bei «Leit & Held», dem jungen Taschenlabel rund um Pia Held, Dana Mikoleit und Nina Conrad. Statt um schnelle Trends zu kleinen Preisen, dreht sich bei dem Berliner Brand alles um formschönes Design, ehrliche Produkte und Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Nina, Pia und Dana, woher stammt eure Faszination für das Material Leder?

Nina: Tierhäute sind ein wesentliches Nebenprodukt der hiesigen Fleisch- und Milchindustrie. Solange Fleischkonsum eine nicht zu verleugnende Tatsache ist, gibt es nichts Sinnvolleres, als diese Häute zu nutzen - anstatt zu verbrennen - und das daraus entstehende Leder als positiven Naturstoff mit einzigartigen und nicht substituierbaren Eigenschaften weiterzuverarbeiten; unter der Bedingung, die gesamte Wertschöpfungskette in Einklang mit der Natur zu bringen.

Dana: Zudem altert Leder wunderschön, ist sehr langlebig und vor allem sehr robust. Produkte, die aus Leder hergestellt werden, halten ein Leben lang.

Wie kam «Leit & Held» zustande?

Dana: Ich habe schon immer viel genäht und Dinge mit meinen Händen kreiert. Unter anderem auch Taschen aus Leder in meiner Werkstatt zu Hause. Als ich Pia kennenlernte, wusste ich schnell, wenn ich das Projekt professionalisiere, dann mit ihr. Wir haben uns dann auf die Suche nach einem ehrlichen Material gemacht, hinter dem wir stehen können – und welches wir nicht finden konnten. Damit ist die Philosophie von «Leit & Held» entstanden.

Nina haben wir an einem Pop-up für nachhaltige Produkte in Berlin kennengelernt. Sie brachte bereits eine grosse Expertise im Bereich des Aufbaus von Lederlieferketten mit und hatte grosse Lust darauf, mit uns zusammen eine rückverfolgbare, nachhaltige Leder-Wertschöpfungskette in Deutschland aufzubauen, mit der wir unser Label realisieren können.

Laptoptasche «Cosmo».

Handtasche «Moon» und der Kartenhalter «Folio».

Rucksack «Libre».

Portemonnaie «Muse».

Wie und wo produziert ihr und wie kamt ihr zu euren Leder-Lieferanten?

Der Leder-Lieferant sind wir. Wir haben die gesamte Wertschöpfungskette vom Tier bis zum Produkt aufgebaut und koordinieren die ganze Lieferkette selber. Alle Partner zu finden, war ein langer Prozess – und der Kern unserer Arbeit. Für uns stand von Anfang an die Regionalität im Vordergrund. Daher produzieren wir ausschliesslich mit kleineren und mittelgrossen Familienbetrieben in Deutschland. Dabei achten wir beispielsweise auf kurze Transportwege, die Verwendung von nachhaltigen Materialien in der Gerbung wie in der Produktion sowie auf gute Anstellungsbedingungen für die Mitarbeitenden. 

Wer entwirft die Designs eurer Taschen?

Pia: Dana und ich entwickeln die Prototypen in unserem Atelier in Berlin, wobei Nina ständig Inputs gibt und uns mit neuen Ideen inspiriert. Insbesondere aufgrund ihres hohen Anspruchs an Qualität, Ökologie und Nachhaltigkeit bei den weiteren Bestandteilen müssen wir teilweise Kompromisse eingehen – eine oftmals schwierige Aufgabe, wenn man seiner Designsprache treu bleiben möchte.

Wo findet ihr Inspiration?

Pia: Wir ziehen einen Grossteil unserer Inspiration aus den unterschiedlichen Design-Richtungen, aus denen wir kommen – Grafik und Architektur und eben auch aus der Natur. Naturmaterialien sind unser Ausgangspunkt, die Quelle, aus dem sich Prozess und Produkte ergeben.

Der Designprozess ist durch und durch nachhaltig und so aufgebaut, dass das Leder im Sinne des «Nose to Tail»-Prinzips verarbeitet werden kann.

Die Häute werden in einer traditionellen Grubengerberei pflanzlich gegerbt. 

 

Und danach in einer familienbetriebenen Manufaktur zu Lederprodukten verarbeitet. 

Ihr macht auch Beratungen. Worum geht es da konkret?

Die Lederindustrie ist ein sehr komplexer Wirtschaftszweig. Es braucht sehr viel Arbeit, um alle Abläufe, Prozesse und Materialien zu kennen und zu verstehen – um am richtigen Ort anzufangen und nicht alle Unternehmen, vor allem kleinere Brands, haben die notwendigen Ressourcen, um diese Arbeit in Angriff zu nehmen.

Hier setzen wir an: Wir unterstützen sie, indem wir ihnen verschiedene Wege aufzeigen, um ihre Lederprodukte nachhaltiger zu gestalten, oftmals auch indem wir für sie das Leder herstellen lassen, welches sie benötigen. 
Auch halten wir Vorträge und geben Weiterbildungen, um auch Branchenexterne für das Thema zu sensibilisieren und beraten Shops, welche bei der Auswahl ihres Sortiments Unterstützung benötigen. 

Was bedeutet Luxus für euch?

Nina: Die Passion zum Beruf machen zu können, jeden Tag etwas Sinnvolles machen zu dürfen, und mit der Arbeit für Mensch, Tier und Natur Gutes zu tun.

Was ist künftig für «Leit & Held» geplant?

In erster Linie weitere Produktlinien mit Leder. Hat man einmal das Material, stehen einem viele Möglichkeiten offen. Gleichzeitig planen wir auch, weitere Wertschöpfungsketten mit anderen Naturmaterialien aufzubauen und neue Kollektionen umzusetzen.

 

Neu findet man die Produkte von «Leit & Held» auch in Zürich bei TING sowie im Onlineshop.

www.leitheld.com