Wohnglück aus dem 3D-Drucker

Eindhoven

So soll die erste 3D-gedruckte Siedlung, entworfen von Houben/Van Mierlo architects, aussehen.

Beton 3D-drucken statt giessen – diese Idee ist nicht ganz neu. Eine ganze Siedlung aus gedruckten Häusern zu bauen hingegen schon. In der niederländischen Stadt Eindhoven wird mit «Project Milestone» gerade dieses Vorhaben in die Realität umgesetzt. Nach dessen Fertigstellung soll diese, die erste Wohnsiedlung der Welt mit Betonhäusern aus dem 3D-Drucker sein.

Bis das grösste Haus der Serie – drei Zimmer auf drei Stockwerken – steht, wird noch etwas Zeit vergehen. Die Bauherren haben sich dazu entschieden, ein Haus nach dem anderen zu bauen, um neue Erkenntnisse, die während des Prozesses gewonnen wurden, stets anwenden zu können.

Die insgesamt fünf Einzelpersonen- bis Familienhäuser, die in ihrer Form an Felsbrocken erinnern, werden von einem Portalroboter gebaut. Dieser spritzt Schicht um Schicht Beton auf und ermöglicht jede noch so beliebige Form. Das erste – und mit zwei Zimmern auch kleinste – Haus wird noch auf dem Uni-Gelände gedruckt. Später ist geplant, dass das komplette 3D-Druckverfahren direkt vor Ort ausgeführt wird.

Die insgesamt fünf Häuser der Siedlung erinnern in ihrer Form an Felsbrocken.

Das kleinste Einfamilienhaus mit 95 m2 Wohnfläche soll bereits diesen Sommer fertig gebaut sein.

Die Bauweise mit dem 3D-Drucker ermöglicht es, den Häusern auch unkonventionelle Formen, wie etwa bauchige Wände oder abgerundete Ecken, zu geben.

Ein Meilenstein für die Baubranche ist der Beton-3D-Drucker allemal, nicht nur wegen seiner Vielfalt an Formmöglichkeiten. Digital entworfen, mit Parametern konstruiert und direkt an den Drucker gesendet, ist der Hausbau mit einem 3D-Drucker nicht nur schneller, sondern auch nachhaltiger, da beim Drucken keinerlei Ressourcen verschwendet werden. 

Das erste Haus, ein einstöckiger Bau mit 95 m2 Wohnfläche auf drei Zimmer verteilt, soll planmässig diesen Sommer fertiggestellt werden. Interessenten für das erste 3D-Betonhaus der Siedlung stehen bereits Schlange.

Realisiert wird das Projekt von einem Zusammenschluss aus der Stadt Eindhoven, der Eindhoven University of Technology, dem Bauunternehmer Van Wijnen, dem Immobilienverwalter Vesteda, der Baumittelfirma Saint Gobain-Weber Beamix und dem Ingenieurbüro Witteveen+Bos.