Kunstvolle Schleuse

«The Twist» von BIG

Die Kunstgalerie «The Twist» von BIG im norwegischen Kristefos Skulpturenpark bei Nacht.

Oszillierend zwischen Architektur und Skulptur: Die Kunstgalerie «The Twist» von BIG. 

In der Schlucht des Flusses Randselva wirkt das über die Baumwipfel fallende Sonnenlicht ungewohnt hart, was wohl auch daran liegen mag, dass es von einem strahlend weissen Baukörper reflektiert wird. «The Twist» heisst besagte Architektur, die hier seit wenigen Monaten inmitten des norwegischen Skulpturenparks Kistefos steht. Entworfen hat sie Bjarke Ingels, der mit seinem dänischen Designbüro BIG weltweit Erfolge feiert und mit dem einzigartigen Bau nun sein erstes Projekt in Norwegen fertigstellte.

Der aluminiumverkleidete Schlauch, der in seinem Zentrum gewunden ist – daher der Name – verbindet zwei Ufer ein und desselben Skulpturenparks. Ein Kunstareal, das 1996 auf dem Gelände einer ehemaligen Zellstofffabrik entstanden ist. Seit 1999 stehen hier zwischen Bäumen und Fluss Werke von internationalen Künstlern wie Tony Cragg, Olafur Eliasson oder Anish Kapoor – und nun auch Bjarke Ingelsens.

Der Bau gleicht einer Skulptur – und passt somit perfekt in seine Umgebung.

Konträr zur fensterlosen Südseite ist die Nordseite der Galerie von einem grosszügigen Glasband durchzogen.

Die fächerförmige Gestaltung der Fassade zeigt sich ebenso im Innern, wo Decke, Wände und Boden in einer Art verdrehtem White Cube aufeinandertreffen.

Zur Südseite des Schlauchs befindet sich die abgedunkelte Galerie mit Kunstlicht.

Ein wahrlich mystischer Anblick bildet «The Twist» insbesondere auch bei Abenddämmerung. 

Rund 10 Jahre hat Ingels mit seinen Mitarbeitern an dem Projekt geplant. Als Gebäude und Brücke in einem dienen beide Seiten des Baus als Haupteingang für die darin befindliche Galerie.

Die fächerförmige Gestaltung der Fassade zeigt sich dabei ebenso im Innern, wo das Gebäude im Drehpunkt eine Art Kameraverschluss mimt. Ein verdrehter White Cube sozusagen, wo Decke, Wände und Boden scheinbar zentrifugal aufeinandertreffen. Daneben befindet sich die Nordgalerie mit Ausblick über den Fluss sowie einer abgedunkelten Galerie mit Kunstlicht auf der Südseite des Schlauchs. Bespielt wird die rund 800m² Fläche von wechselnden Ausstellungen und Performances. Trotz vielversprechendem Programm hält jedoch die Vermutung, dass hier wohl weniger die Kunst, als vielmehr die Architektur selbst glänzen wird, Überhand.      

www.kistefosmuseum.com