Fernblick

Südafrika: Saota Architecture & Design

Fliessende Übergänge: Der Infinity-Pool scheint sich in die üppig wachsende Aussicht zu erstrecken.

Beim Bau eines Hauses spielt die Aussicht eine entscheidende Rolle. Am Kap der Guten Hoffnung bieten sich dafür gleich mehrere Optionen: Imposantes Bergpanorama, tosender Atlantik und Lichter des Hafens und der Stadt. Aber es gibt nicht viele Bauten, die den Blick auf alle diese Highlights bieten – so geschehen beim Haus «Kloof 119A» hoch über Kapstadt. Unterhalb des Löwenbergs und mit Blick auf den Tafelberg, Signal Hill, die Stadt und das Meer liegt das Eigenheim von Greg Truen. Truen – selbst Architekt bei SAOTA, einem der führenden Architekturbüros Südafrikas – präsentiert hier sein Einfamilienhaus, dessen Architektur er so gestaltete, dass sie so viel wie möglich von der Umgebung aufnimmt. Zur stark befahrenen Strasse hin trennt das Haus eine Steinmauer, die in traditioneller Cape-Manier gebaut wurde und nur  wenig über den sich dahinter befindenden,  offenen Raumkomplex verrät. Auffälliges Merkmal, das jedoch bereits von der Strasse aus sichtbar ist, bildet das Dach: Kein Spitz- oder Flachdach, sondern ein aufgesetzter, gläserner Kubus, der wie eine umgekehrte Pyramide über dem Innenraum schwebt. Nachts leuchtet diese wie eine Laterne und verstärkt die Neugierde zusätzlich.

Licht gibt es im Hause Truen mehr als genug, auch weil sich das Dach nach oben öffnet und so die Sonnenstrahlen bis tief ins Innere lässt.

Die eigens für den Gastgeber entworfenen Möbel komplementieren die Innenräume mit spielerischen Akzenten.

Stille Oase: Im Herzen der von imposanten Berglandschaften umgebenen Architektur ist ein begrünter Innenhof eingebettet.

Gerahmt von der umliegenden Natur, schmiegt sich das Haus an den Hang.

Stolze 830 Quadratmeter Wohnfläche zählt das Einfamilienhaus. Dass es sich um ein so geräumiges Anwesen handelt, fällt aber nicht sofort auf. Man betritt das Haus durch eine grosse Metalltür, die zwischen dem eigentlichen Gebäude und der Steinmauer liegt. Im Eingangsbereich fällt der Blick direkt in den begrünten Innenhof. Der zunächst kleine Raum öffnet sich nach rechts hin in einen grosszügigen und offenen Wohnraum mit malerischem Ausblick auf die Stadt. Aber es ist nicht nur diese atemberaubende Fernsicht – auch zum Himmel hin öffnet sich das Blickfeld durch das umlaufende Fensterband des Pyramidendachs. Der Tafelberg und Lion’s Head sind zum Greifen nah.

Über grosszügige Steinstufen betritt man den Wohnraum. Das Panorama über Stadt und Landschaft ist schlicht atemberaubend.

Das umgekehrte, gläserne Pyramidendach inszeniert die umliegende Berglandschaft wie Bildkompositionen.

Das Haus breitet sich über drei Ebenen aus, die sich durch die steile Hanglage Raum für Raum dem Berg entlangschmiegen. Im obersten Stockwerk, umgeben von Glas und mit einem schrägen Holzdach, befinden sich Wohnzimmer, Küche und Essbereich mit einer Fensterfront, die sich über die gesamte Länge der Fassade erstreckt. Die Arbeits- und Schlafräume der Familie befinden sich im mittleren Stockwerk, zuunterst sind Garage, Fitnessstudio, Kino und Gästezimmer untergebracht. Abschottung und Öffnung waren zwei zentrale Themen beim Bau des Hauses. Jede der drei Ebenen öffnet sich zu Grünflächen – Terrassen und Gärten – die das Haus von den benachbarten Gebäuden abschirmen und gleichzeitig die Beziehung zur Natur intensivieren.   Bis zum 31. Mai ist SAOTA mit der Ausstellung «Light Space Life» zu Gast bei der Property One Partners AG an der Seestrasse 455 in Zürich. www.propertyone.ch

Den gesamten Artikel mit weiteren Fotos finden Sie in der Juli/August Ausgabe von Atrium.